Logopädie in Köln

 

Der Sprachtherapie nach Zollinger werden von uns die acht Grundprinzipien der therapeutischen Haltung nach Axline zugrundegelegt.


Der Therapeut

1. muss eine warme und freundliche Beziehung zum Kind aufnehmen, die sobald wie möglich zu einem guten Kontakt führt.

2.nimmt das Kind ganz so an, wie es ist.

3.gründet seine Beziehung zum Kind auf eine Atmosphäre des Gewährenlassens, so dass das Kind all seine Gefühle frei und ungehemmt ausdrücken kann.

4.ist wachsam, um die Gefühle, die das Kind ausdrücken möchte, zu erkennen, er reflektiert sie (...).

5.achtet die Fähigkeit des Kindes, mit seinen Schwierigkeiten selbst fertig zu werden, wenn man ihm Gelegenheit dazu gibt (...).

6.versucht nicht, die Handlungen oder Gespräche des Kindes zu beeinflussen. Das Kind weist ihm den Weg. Der Therapeut folgt ihm.

7.versucht nicht, den Gang der Therapie zu beschleunigen.

8.setzt nur dort Grenzen, wo diese notwendig sind (...).


Für welche Kinder ist die Sprachtherapie nach Zollinger geeignet?

Für Kinder im 3. Lebensjahr (Late Talker), die

  • noch nicht sprechen oder  
  • weniger als 50 Wörter sprechen 
  • keine Zwei-Wort-Kombinationen bilden,
  • beim Sprachverständnis Probleme haben,
  • kaum Blickkontakt aufnehmen,
  • mit auffälligem oder aggressivem Verhalten oder mit Rückzug reagieren  und
  • beim Vorlesen mit Unruhe reagieren.


Für Kinder im Kindergartenalter (3 bis 6 Jahre),

  • mit stark eingeschränktem Wortschatz,
  • großen Problemen bei der Satzbildung,
  • sehr undeutlicher Aussprache und
  • nicht alleine spielen können und dabei sprunghaft und oberflächlich sind, keine eigenen Ideen haben.


Als Diagnostik wird das Entwicklungsprofil nach Zollinger zugrundegelegt.

   Die Entdeckung der Sprache       - Das Entwicklungsprofil nach Dr. B. Zollinger - für Kinder ab 18 Monaten -          

    Es gibt vier Entwicklunsbereiche in der Diagnosestellung:

  1. Praktisch-gnostische Kompetenzen: sie zeigen, wie das Kind den Gebrauch und die Handhabung alltäglicher Gegenstände erwirbt. (Beispiel: Mit der Schere schneiden, Knete schneiden/ mit dem    Wallholz auswallen).     
  2. Symbolische Kompetenzen: sie zeigen, welche Bedeutung das Kind seinen Handlungen gibt. (Beispiel: ein kleines Gefäß ist wie eine Tasse, aus der man trinken kann; Wasser könnte Suppe sein).     
  3. Sozial-kommunikative Kompetenzen: Sie zeigen, wie sich das Kind mit Personen auseinandersetzt (Beispiel: kleine Ereignisse/ Situationen beschreiben; "Wo- und Was"- Fragen stellen).
  4. Sprachliche Kompetenzen: Sie zeigen, wie das Kind die Wörter in ihrer repräsentativen und kommunikativen Funktion verstehen und produzieren lernt.    

Das Profil:   Zollinger32012_085327.pdf  

Was tun wir? 


Die Eltern berichten oft von Kindern, die nicht spielen, keine Bücher betrachten wollen und kaum oder keine Sprache entwickeln. Das Spiel und die Sprache stehen für die Lebenswelt der Kinder. Die Sprache und das Spiel werden benötigt, um über Erlebtes, Gefühle oder Alltägliches zu berichten. Mithilfe der Sprache können wir uns Situationen oder auch Gefühle vorstellen.

Manchmal stockt die Entwicklung und die Kinder können sich bei unserem Erzählen nur schwer etwas vorstellen und Bilder im Kopf entwickeln. Es fällt Ihnen schwer an Alltägliches oder Gefühle zu denken und in der Folge teilen Sie sich kaum oder ungenügend mit. Aber nur durch die Sprache kann ihr Kind zum Beispiel von Erlebtem aus dem Kindergarten oder Ereignissen bei den Großeltern berichten.

Wenn Kinder kaum Vorstellungen und Bilder entwickeln, fällt ihnen das Spielen sehr schwer. Daraus resultiert häufig eine verzögerte oder gestörte Sprachentwicklung. Auffallend ist auch, dass die Kinder keine Bücher betrachten wollen und beim Vorlesen unruhig werden.

In den ersten Stunden lernen wir das Kind mithilfe der oben erwähnten Diagnostik kennen und planen mit den Ergebnissen unsere Therapie. Wir orientieren uns dabei an den Stärken des Kindes. Die Schwächen werden wahrgenommen, aber die Grundlage für das Spiel sind die Stärken des Kindes. Zentral ist dabei die Kommunikation zwischen Therapeut und Kind und findet im Spiel statt. 

Die Sprache und das Spiel sind ein Stellvertreter für die Realität. Wir brauchen sie als Symbol, um über Dinge, Handlungen und Gefühle zu berichten, die nicht sichtbar, hörbar oder fassbar sind. Wir können uns z.B. mit Hilfe von Sprache eine ganz bestimmte Situation oder ein spezielles Gefühl vorstellen.

„Das Spiel ist die eigentliche Sprache des Kindes.” (H. Zulliger, 1952) 

Unser therapeutisches Spielen fördert die Sprachentwicklung der kleinen Kinder. Dazu steht vielfältiges Spielmaterial aus der Lebenswelt des Kindes zur Verfügung. Dazu können zum Beispiel die Bahn,  Fahrzeuge, Puppen, Kaufladen, Sandkiste oder ähnliches gehören. Die Auswahl der Kinder zeigt uns den Weg zu unserem therapeutischen Spiel.

Ihr Kind kann im Spiel die Welt der Gegenstände entdecken, kann sie sehen, hören und anfassen. Dadurch kann das Kind im nächsten Schritt erkennen, dass die Gegenstände auch existieren, wenn sie gerade nicht zu sehen sind und im letzten Schluss verstanden wird, dass nicht anwesende Gegenstände durch Wörter benannt werden können.

Die Therapie nach Zollinger findet hauptsächlich auf dem Boden, am Puppenhaus oder am Kindertisch statt. So wird die Bereitschaft zum Spiel gefördert und dient dem Wohlgefühl der kleinen Kinder. Wir sind somit auf Augenhöhe mit den kleinen Kindern und der abwechselnde Blickkontakt(triangulärer Blickkontakt) zwischen Spielzeug und Bezugsperson ist ein entscheidendes Element der Sprachentwicklung.

In unserem gemeinsamen Spiel demonstrieren wir den kleinen Kindern: " Was du tust, hat immer eine Bedeutung." Über das gemeinsame Spielen entwickeln die Kinder ihre Sprache, überwinden nach und nach ihrer Sprachentwicklungsverzögerung und es entsteht ein Inhalt über den sie mit neu gewonnenen Fähigkeiten sprechen können.

Im Spiel nach Zollinger lernen die Kinder ihren Spielpartner anzuschauen, erkennen wie spannend und bereichernd das Spiel sein kann. Sie können bei Problemen um Hilfe bitten und den Spielpartner etwas fragen und sich dadurch neue Möglichkeiten erschließen. Das Spiel kann das Kind an die eigenen Gefühle und Absichten heranführen. Die Kinder werden dabei feststellen, nicht zwingend mit den Gefühlen und Absichten von Spielpartner oder Eltern übereinzustimmen. Die Kinder lernen also sich abzugrenzen und werden darin bestärkt.

Literatur:

1) Axeline Virginia, (1997): Kinder-Spieltherapie im nichtdirektivem Verfahren. 9. Auflage. Ernst Reinhardt, München/Basel

2)Zollinger, B. (1996).
Die Entdeckung der Sprache.
2. Auflage. Bern: Haupt